Queer Voices Podcast

Élie Chevillet

#9 Isabella Helmi Hans | PoC-Sein, Inklusion, Bisexualität

07.07.2025 57 min Élie Chevillet

Zusammenfassung & Show Notes

Heute darf ich Isabella Helmi Hans empfangen. Bella ist Aktivistin und Pädagogin. Sie ist spezialisiert auf die Beratung von Menschen, die von Rassismus und LGBTIQA*-Feindlichkeit betroffen sind. Als queere Person of Colour ist sie Teil der afrodiasporischen, lateinamerikanischen sowie queeren Communities. Bella ist Mitgründerin von OpenAfroAux, eine Gruppe, die POCs nach der Ermordung von George Floyd ins Leben gerufen haben, um sich gegen Rassismus zu engagieren. OpenAfroAux organisierte 2020 die Black Lives Matter Demos in Augsburg. Bellas Beitrag Inklusion als Menschenrecht wurde in dem Buch RassisMuss MachtKritisch veröffentlicht. Sie arbeitet in einer heilpädagogischen Wohngruppe, in der sie unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unterstützt.


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Transkript

Hi, ich bin Élie Chevillet. Herzlich willkommen bei Queer Voices, der Podcast der queeren Menschen in Augsburg und der Welt eine Stimme gibt. Heute darf ich Isabella Helmi Hans empfangen. Bella ist Aktivistin und Pädagogin. Sie ist spezialisiert auf die Beratung von Menschen, die von Rassismus und LGBTIQA-Feindlichkeit betroffen sind. Als Queere Person of Color ist sie Teil der afro-jasporischen, lateinamerikanischen sowie queeren Communities. Bella ist Mitgründerin von OpenAfroAux, eine Gruppe, die POCs nach der Ermordung von George Floyd ins Leben gerufen haben, um sich gegen Rassismus zu engagieren. OpenAfroAux organisierte 2020 die Black Lives Matter Demos in Augsburg. Bellas Beitrag Inklusion als Menschenrecht wurde in dem Buch RassisMuss MachtKritisch veröffentlicht. Sie arbeitet in einer heilpädagogischen Wohngruppe, in der sie unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unterstützt. Hi Bella!
SPEAKER_2
00:01:27
Hallo, danke, dass ich da sein darf.
SPEAKER_1
00:01:29
Danke dir, dass du meine Einladung angenommen hast. Ich freue mich sehr, mit dir aufnehmen zu dürfen. Magst du dich zu Beginn vorstellen, deine Pronomen teilen und erzählen, wie du dich identifizierst?
SPEAKER_2
00:01:45
Sehr gerne. Also ich bin Isabella. Ich werde eigentlich von den meisten Menschen in meinem Leben Bella genannt. Genau, das bereitet mir auch Freude, wenn ich Bella genannt werde, weil das ein Gefühl von zu Hause auch hat, dynamisch spezifisch. Deswegen danke, dass du das aufgenommen hast. Ich benutze meistens sie, ihr. Habe aber gemerkt, dass mir das eigentlich relativ egal ist, welche Pronomen für mich benutzt werden. Deswegen sie, ihr, glaube ich, aus Gewohnheit vor allem. Und ich identifiziere mich eben als eine POC, also eine Person of Color. Und ich bin auch bisexuell. Und das ist so ganz runtergebrochen, wie ich mich identifizieren würde.
SPEAKER_1
00:02:23
Du hast als Kind in Augsburg, die drittgrößte Stadt Bayerns, nach München und Nürnberg gewohnt. Wie war es für dich, dort aufzuwachsen?
SPEAKER_2
00:02:34
Das war von einem ein bisschen. Ich bin in einem sehr migrantischen Viertel aufgewachsen und habe das alles sehr schön empfunden. Ich habe mich immer wohl gefühlt und immer sicher gefühlt. Und ich war überall ein bisschen zu Hause und durfte überall mit hinein und einen Tee trinken. Und dann gab es dort Essen. Und dann hat hier mich jemand noch mit dazu genommen und dann sind wir schwimmen gegangen. Und das habe ich erst eine sehr schöne Community empfunden. Und gleichzeitig habe ich dann, als ich zum Studieren ein bisschen weiter ins Zentrum gezogen bin, gemerkt, dass es nicht normal ist, dass die Polizei alle paar Stunden Streife fährt, sondern dass es wirklich darum ging, uns zu kontrollieren in dem Viertel. Und habe dann auch da gemerkt, in was für eine schöne Community ich aufgewachsen bin, die mich vor vielem geschützt hat, was ich dann erst gesehen habe, als ich eben nicht mehr in der war. Also wie kalt und hart das auch sein kann, Augsburg-spezifisch.
SPEAKER_1
00:03:39
Hattest du Geschwister?
SPEAKER_2
00:03:41
Ich habe einen Zielbruder quasi. Der ist ein Jahr älter als ich. Und das ist quasi niemand, mit dem ich blutsverwandt bin. Aber unsere Mütter haben uns quasi gemeinsam großgezogen. Und das ist für mich mein Bruder.
SPEAKER_1
00:03:55
Du hast auch immer wieder Zeit mit deiner Mutter in Brasilien verbracht. Wie war es dort für dich?
SPEAKER_2
00:04:03
Schön. Also, ich habe eine Tante, die immer meine Hand hält. Und ich finde das etwas unfassbar Intimes. Jemanden einfach so an der Hand zu halten. Und das ist, glaube ich, für mich das, was meine Kindheit auch in Brasilien ist. Was sehr heilsam ist und sehr intim ist.
SPEAKER_1
00:04:22
Warst du öfters da?
SPEAKER_2
00:04:24
Ja. Wir konnten es uns eine Zeit lang gut leisten. Da waren meine Eltern noch zusammen. Und da waren wir oft dort. Und dann irgendwann auch da, also wirklich mindestens einmal im Jahr, wenn nicht sogar zweimal. Und dann auch mal für sechs Monate oder für drei Monate. Und dann mit meiner Einschulung und mit der Trennung meiner Eltern immer weniger. Und jetzt, wo ich es mir selber wieder leisten kann, versuche ich so alle zwei Jahre hochzufahren. Hoch zu fliegen, runter zu fliegen.
SPEAKER_1
00:04:55
Bella, was bedeutet es für dich, queer zu sein?
SPEAKER_2
00:05:01
Für mich bedeutet es, ehrlich zu sein, mit wem ich bin, mit der Person, die ich bin. Für mich bedeutet es, ein Stück Freiheit auch genießen zu dürfen. Für mich bedeutet queer sein auch Vertrauen in die Menschen in meinem Leben zu haben. Und gleichzeitig ist für mich queer sein so normalisiert, dass ich da eigentlich, wenn ich nicht so schöne Fragen gestellt bekomme, gar nicht mit übernacht denke.
SPEAKER_1
00:05:31
Wann hast du entdeckt, dass du queer bist?
SPEAKER_2
00:05:37
Wahrscheinlich als Kind noch mit Zeichentrickserien und Personen, die ich besonders toll fand. Ich muss immer an Kim Possible denken. Das ist eine sehr, sehr tolle Actionserie, die ich damals gerne geguckt habe. Und da gibt es The Villain und in die hatte ich einen riesengroßen Crush, ohne es zu merken. Und ich wusste es, es ist ein Crush. Aber das war, glaube ich, so die Anfänge, als ich mit dem bewusster geworden bin.
SPEAKER_1
00:06:06
Wie alt warst du da?
SPEAKER_2
00:06:09
Wahrscheinlich acht, neun, mehr.
SPEAKER_1
00:06:14
Bist du mit queeren Role Models aufgewachsen?
SPEAKER_2
00:06:19
Ja, tatsächlich. Also die lateinamerikanische Community in Augsburg ist sehr, sehr eng miteinander verwachsen. Und viele Leute, die hier in Augsburg wohnen, durfte ich eben dadurch kennenlernen. Und wir haben tatsächlich in der Community sehr, sehr viele queere Menschen gehabt, mit denen ich auch immer sehr, sehr eng aufgewachsen bin. Und was mir, glaube ich, auch so ein bisschen die Tatsache erleichtert hat, weil ich vorhin gesagt habe, dass Queersein für mich auch ehrlich zu mir selber sein ist, das so zu spüren. Deswegen konnte ich auch mit vielen queeren Menschen in meinem Leben aufwachsen. Und das schätze ich sehr. Ja, ich bin dem nie zu weit weg gewesen.
SPEAKER_1
00:06:58
Bedeutet das, dass es für dich entspannt war, queer zu sein, auch deine Familie gegenüber?
SPEAKER_2
00:07:04
Tatsächlich nicht. Ich kann das nicht so ganz erklären, warum es so ist. Es ist bis heute etwas, was mich immer noch hemmt. Und ich glaube, gleichzeitig ist die lateinamerikanische Community halt auch sehr christlich. Und das macht es schon noch mal schwerer, für mich ich selber zu sein, weil ich überhaupt keine Lust habe, für irgendwelche Bibelzitate. Ich kann es nicht erklären, aber nein.
SPEAKER_1
00:07:32
Hat Religion eine große Rolle in deinem Leben gespielt?
SPEAKER_2
00:07:36
Witzigerweise nicht. Deswegen muss ich gerade über nachdenken. Wir sind nie viel in die Kirche gegangen. Ich glaube, die portugiesische Sprache aus Brasilien ist sehr religionenschwer. Also man sagt Gott segne dich zum Hallo, man sagt Gott segne dich zum Tschüss, man sagt zu allem Gott sei Dank, man sagt ich bete, wenn etwas passieren soll. Und ich glaube, ich habe das so Wort für Wort übernommen, ohne da die Religion für mich mitzunehmen. Und dann, was aber trotzdem eben in der Community hier sehr prevalent ist, ist, dass es halt super religiöse Menschen gibt, die die Bibel Wort für Wort zitieren und dann auch überhaupt denen es egal ist, wer da vor dir sitzt und die predigen dich dann eben an. Und das kann man wirklich nicht anders beschreiben, es ist so ein Anpredigen. Und ich habe auch schon Exorzismen mitbekommen und so. Und das ist, glaube ich, etwas, was ich immer vermeiden wollte, mich in diesen, in diese Situationen zu begeben.
SPEAKER_1
00:08:38
Bella, was würdest du gerne deinem jüngeren Ich sagen?
SPEAKER_2
00:08:46
Dass sie Hoffnung darin haben darf, dass es alles gut wird. Dass ich irgendwann mal Menschen treffen werde in meinem Leben, die mich nicht nur tolerieren, sondern auch akzeptieren. Und wie schön ist das? Das würde ich ja, glaube ich, sagen. Ich habe, ich glaube, viele Jahre Therapie, die darin stecken. Und das macht mich natürlich einerseits traurig für die Bella vor 20 Jahren. Und einerseits freut es mich auch, weil ich glaube ich tatsächlich ein Leben lebe, wie ich es mir nicht hätte ausmalen können. Also gerade für Menschen mit Diskriminierungserfahrung, man merkt das ja, es ist ja nicht so, dass man in die Welt kommt und dann merkt man irgendwann, oh nee, ich werde diskriminiert. Das ist eher ein Vorgang, den Menschen machen, die keine Diskriminierungserfahrung haben. Die merken dann, oh es gibt Menschen, die werden diskriminiert. Und als Mensch mit Diskriminierungserfahrung ist das ja etwas, womit ich immer aufgewachsen bin. Und das klaut einem Menschen Hoffnung. Und die Frage, die du ja stellst, zieht ja genau darauf ab. Was ist Hoffnung? Was hättest du damals gehofft? Und ich glaube, deswegen berührt das so.
SPEAKER_1
00:10:09
Bella, wie wichtig ist dir Queerness in deinem Umfeld?
SPEAKER_2
00:10:16
Sehr wichtig. Ich finde Queerness ist für mich auch eine Abwandlung von Normativität. Und ich liebe es, Menschen zu treffen, die eine Abwandlung von Normativität sind. Und ich liebe es, solche Menschen um mich herum zu haben. Und ich liebe es auch für mich, das selber zu leben. Und mich inspiriert auch meine Queerness und die Queerness von anderen Menschen abseits von Normativität zu denken. Weil ich glaube, wir können als Gesellschaft das besser machen, als das jetzt gerade ist. Und wenn ich Queerness in meinem Leben habe, ist das eine konstante Erinnerung daran.
SPEAKER_1
00:11:00
Hat das Wort Community eine Bedeutung in deinem Leben?
SPEAKER_2
00:11:05
Eine riesige, riesige, riesige, riesige. Ich glaube, dass wir als queere Menschen, dass Menschen, also People of Color, ohne Community verloren wären. Und es ist so, also gerade, dass wir immer wieder nach Community suchen, zeigt eben die Bedeutung davon. Und ohne Community bin ich nichts. Weil ich brauche die Menschen um mich herum als mein Anker. Und die Menschen um mich herum brauchen mich um mein Anker. Wie sonst soll man diese schrecklichen Zeiten, in denen wir gerade sind, überleben und schaffen und darin mein Leben gestalten? Ich finde, Community ist für mich der Schlüssel zu allem. Und ich glaube, das vergessen wir superschnell, was für eine Bedeutung Community hat. Weil wir so darauf fokussiert sind. Ich baue mein Haus, ich mache es mir warm in meinem Haus, ich habe mein Fernseher. Und ja, ich glaube, wenn wir das teilen können in unserer Community, dann haben wir alle was davon gewonnen.
SPEAKER_1
00:12:16
Bella, was tust du gerne?
SPEAKER_2
00:12:20
Ich bin gerne unter Menschen. Ich gewinne sehr viel davon, Menschen in meinem Leben zu haben, mit denen ich Zeit verbringe. Und ich bin gerne mit diesen Menschen kreativ. Ich finde es toll, wenn man zusammen was bastelt, was baut, was malt, was kocht, was schafft. Ich finde, dass was gemeinsam zu machen erinnert einen daran, dass man eigentlich, wie klein man eigentlich ist und wie wichtig es ist, dass man seine eigene Menschlichkeit sieht, in dem was man macht. Wenn ich ein Gemälde mache, sehe ich am Ende, das habe ich gemacht, zusammen mit einer Person. Und das ist die Verbindung von Community eigentlich. Um auf die Frage mit dem Community zurückzuführen. Ich glaube nämlich auch, wenn ich immer nur zum IKEA-Fauen immer nur den Schrank hole und den dann aufbaue, dann sehe ich ja gar nicht, wer hat diesen Schrank gemacht, wo kommt der her, was steckt denn da dahinter. Und wenn ich das für mich selber machen kann, mit einem Menschen, den ich schätze, dann haben wir am Ende was zusammen geschaffen. Und das sind zwei Dinge, die ich sehr gerne mache. Zeit mit anderen verbringen und dabei kreativ sein.
SPEAKER_1
00:13:35
Und du benutzt das Wort Kreativität in einem sehr breiten Sinn, oder?
SPEAKER_2
00:13:41
Ja, auf jeden Fall. Ich finde, Kreativität ist auch, wenn jemand gut darin ist, Lösungen zu finden, dann ist das eine kreative Art und Weise, sich, ich glaube, da kommen wir wieder zum Wort Normalitivität zurück, von der Normalitivität zu lösen, sondern neue Bahnen denken und neue Bahnen schaffen. Und genau, das kann eben von malen, backen, kochen, alles Mögliche sein. Stimmt, das ist mir noch nie aufgefallen.
SPEAKER_1
00:14:11
Du warst, glaube ich, sehr lange in einem Cheerleading-Team. Was genau ist Cheerleading? Was gefällt dir daran und wie bist du dazu gekommen?
SPEAKER_2
00:14:25
Genau, ich habe fast zehn Jahre lang ge-Cheerleadert. Es gibt beim Cheerleading quasi zwei verschiedene Arten von Cheer. Es gibt einmal den Cheer, der ist für Fußballmannschaften oder für Football. Da kommt das ja eigentlich aus dem USA auch her. Und da feuern quasi die Cheerleader jemand anderen an. Und dann gibt es noch eine zweite Art von Cheerleading. Und das ist quasi der läuft auf Wettkämpfen. Also da geht es wirklich um einen Wettkampf, um Competition. Ich versuche keine Competition zu besetzen, aber das kommt mir gar nicht so gut.
SPEAKER_1
00:14:57
Wettbewerb oder?
SPEAKER_2
00:14:58
Ja genau, man schickt eben gegenseitig an. Und da geht es wirklich um Leistung eigentlich. Um wie, wer ist die Beste, der Beste, wer macht welches Team hat die schönste Choreo. Und da, das ist der Teil, den ich gemacht habe. Ich fand, ich habe beim Chiriding meinem Community-Bedarf ausleben können, weil man ist ein Team, man muss füreinander auftauchen, man muss füreinander da sein. Und ich habe gleichzeitig aber auch, ich liebe es stark zu sein und ich bin auch ein körperlich sehr, sehr starker Mensch. Und das habe ich dort total ausleben können. Jede Person hat im Chiriding eine eigene Funktion. Es gibt die Person, die fliegt zum Beispiel. Es gibt eine Person, aber die muss unten stehen und diese Person zum Fliegen bringen. Und das funktioniert nur, wenn die Person, die fliegt und die Person, die die Person zum Fliegen bringt, auch zusammen funktionieren und sich vertrauen und beide füreinander auftauchen. Und die kommen wie aus dem irgendwie mein eigenes individuelles Interesse an Sport, mein individuelles Interesse an stark zu sein, reinzubringen und daraus was zu schaffen. Das hat mich jahrzehntelang fasziniert. Und ich würde es auch gerne noch weitermachen. Ich bin aber tatsächlich mit meinen bald 29, ich glaube, wenn die Folge rauskommt, bin ich schon 29, fast schon zu alt dafür. Ich habe mich mehrfach böse verletzt, deswegen aufgehört und suche jetzt seit den letzten drei Jahren immer wieder nach etwas, was mich genauso fasziniert und genauso packt, wie das Chili-Ding. Aber ich finde es nicht so ganz. Einem Chili-Ding hat mich gleichzeitig natürlich gestört. Das ist eine sehr kurze Röcke, die man hat. Und man freut irgendwie eine Männermannschaft an. Das ist eigentlich nichts, für was ich stehen wollte. Aber dadurch, dass wir es rausgebracht haben aus diesem Supporting Act für eine Footballmannschaft, sondern zu einem eigenen Bereich, habe ich mich sehr gut damit identifizieren können. Und es wird immer ein Teil meines Lebens bleiben, auch wenn ich es gerade nicht mehr machen kann.
SPEAKER_1
00:17:10
Ich finde es sehr spannend, durch dich zu entdecken, dass es eben nicht nur diese Clichés aus irgendwelche Hollywood-Filme und genau, Männermannschaften anzufeuern. Und dass es auch etwas anderes sein kann.
SPEAKER_2
00:17:26
Ich glaube, viele Menschen haben so ein spezifisches Bild von einer Chiliderin, spezifischem Kopf. Und dann ist das quasi eine Männerfantasie, die dort auch quasi ausgelebt wird. Das hat mit dem Sport, den ich lieben gelernt habe, aber nichts zu tun. Es ist ein sehr harter Sport mit vielen vielen schlimmen Verletzungen. Es ist ein Leistungssport, wo man wirklich immer auftauchen muss. Und es ist aber eben auch ein Teamsport. Und leider nicht von vielen Menschen als solchen gesehen, sondern oft in diese amerikanische Highschool-College-Ecke gestellt. Und dabei bietet der Sport eigentlich wirklich für jeden Menschen eine Möglichkeit. Man muss halt sich dafür die Zeit nehmen wollen. Und in die Community investieren wollen.
SPEAKER_1
00:18:21
Ja, die Zeit, weil es wahrscheinlich sehr, sehr viel Trainingzeit fordert.
SPEAKER_2
00:18:27
Ja, ich habe dreimal die Woche drei Stunden Training gehabt. Wow. Und bin dann quasi dazu noch ins Fitness gegangen, weil ich wollte ja auch irgendwie besser werden. Und ich glaube, über den Teil, dass ich den nicht mehr habe, bin ich froh, dass ich ein bisschen Lebenszeitgedrück gewonnen habe. Aber es ist auf jeden Fall eine Investition in etwas. Und ich verstehe auch jede Person, die das nicht leisten kann. Und deswegen ist es gar nicht, dass das jede Person mal probieren sollte. Aber ich glaube, es ist ein gutes Beispiel dafür, dass Community zu leben eigentlich gar nicht so schwer ist. Man kann es auch im Sportverein machen. Man muss sich dafür nicht, zum Beispiel in der lateinamerikanischen Community finden, sondern man kann auch einfach beim Sport einen gemeinsamen Ziel verfolgen.
SPEAKER_1
00:19:12
Bella, was und wer inspiriert dich?
SPEAKER_2
00:19:16
Oh wow. Mich inspiriert glaube ich keine einzelne Person per se, sondern mich inspiriert jeder Mensch, der trotz den widrigen Umständen, in denen diese Person lebt, sich widerständig am Leben hält und sagt, nein, ich möchte trotzdem hierbleiben. Ich werde diskriminiert. Ich werde bedroht. Und ich entscheide mich trotzdem dafür, glücklich zu sein. Und ich glaube, das trifft vielleicht nicht auf eine einzige Person hin, aber es trifft auf eine riesige Community in Deutschland, die nicht gesehen wird. Und ich glaube, jeder Mensch, der jeden Morgen aufsteht und sagt, okay, let's do it again, das ist für mich glaube ich die größte Inspiration.
SPEAKER_1
00:20:12
Im Buch RassisMuss MachtKritisch habt ihr euch mit folgender Frage beschäftigt. Welchen Beitrag kann Forschung leisten, um rassistischen Strukturen abzubauen? In deinem persönlichen Essay Inklusion als Menschenrecht differenzierst du zwischen Inklusion und Integration. Möchtest du hier den Unterschied zwischen diesen beiden Begriffe erläutern?
SPEAKER_2
00:20:38
Sehr gerne. Da hast du tatsächlich eines meiner Herzensthemen angesprochen. Ich finde nämlich Integration ist eine Bringleistung, die erwartet wird. Also eine Person erwartet, dass ich irgendwo hinkomme und mich angleiche. Also es ist eine Assimilation. Meistens, wenn man von Integration spricht, wird eine Assimilation erwartet. Also eine Anpassung und eine Angleichung. Und das heißt, dass ich komme irgendwo hin und das heißt, ich soll mich jetzt anders anziehen, ich soll anders sprechen, ich soll mich anders benehmen. Und dann wurde quasi erfolgreich integriert. Und davon wird meistens gesprochen, wenn von einer Integration gesprochen wird. Das Wort Inklusion hingegen erwartet keine Angleichung. Es erwartet nicht, dass ich mich ändere und meinen, dass was mich ausmacht, ablege, um irgendwo hinein zu passen. Sondern Inklusion ist das große Ganze, das Zusammenkommen von mir und von dir. Und dann sprechen wir von Inklusion. Und es gibt eben den Inklusionsbegriff, es gibt den engen und es gibt den weiten. Der enge Inklusionsbegriff wurde, glaube ich, primär geprägt durch die Erdenbehinderten-Konvention. Und soll eben primär die Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft benennen. Interessanterweise würde ich sagen, dass das auch eher in Richtung Integration geht. Genau, und dann gibt es den weiten Inklusionsbegriff. Und dieser umfasst jeden Menschen. Da geht es auch nicht um eine Differenzierung von Menschen, die nicht diskriminiert werden und Menschen, die diskriminiert werden, sondern wirklich um jede Person. Und da soll es eben ein Zueinanderzugehen geben und nicht nur eine Bringschuld. Ich schulde der Gesellschaft, zu der ich hinzukomme, etwas, sondern man trifft sich und man findet gemeinsame Ansätze, gemeinsame Lösungen und das ist etwas, wo ich politisch lebe, dass ich in meiner pädagogischen Arbeit lebe und etwas, was ich auch in meinem privaten Leben leben möchte. Nicht von anderen Menschen eine Bringschuld zu erwarten, sie nicht in eine Integration zu zwingen, sondern dass man sich trifft.
SPEAKER_1
00:22:54
Ich finde den Schluss deines Textes Inklusion als Menschenrecht sehr stark. Hättest du Lust, ihn hier vorzutragen?
SPEAKER_2
00:23:03
Sehr gerne.
SPEAKER_1
00:23:04
Dankeschön.
SPEAKER_2
00:23:06
Inklusion als Menschenrecht. Abschließend sei darauf hingewiesen, dass jede einzelne Person aufgrund der Menschenwürde das Recht darauf hat, dass die eigenen Menschenrechte vom Staat nicht nur geschützt und geachtet, sondern auch gewährleistet und umgesetzt werden. Sich für Menschenrechte einzusetzen, heißt aber meines Erachtens auch, sich gegen Rassismus und für Inklusion einzusetzen. Ich fühle, braucht es eine Abkehr von Integrationsbestreben und Konzepten und damit eine Fokussierung auf eine menschenwürdige Ausrichtung der Eigenpolitik. Der Einsatz für eine inklusive Haltung und die Kritik am Rassismus ist dann gleichzeitig ein Einsatz für die Menschenrechte. Durch Bildung lässt sich eine breite Masse für Menschenrechte sensibilisieren. Deswegen plädiere ich für verpflichtende Bildungsmaßnahmen, insbesondere für Menschen, die in staatlichen Institutionen, wie zum Beispiel der Polizei, den Entern, Gerichten oder Verwaltungen tätig sind. Ansonsten wird etwas so bedeutsames, universelles und unteilbares, wie die Achtung der Würde jedes einzelnen Menschen vernachlässigt. Einen besonderen Fokus möchte ich schlussendlich auf Menschen setzen, welche von Diskriminierung betroffen sind. Für uns braucht es Räume, welche selbst gestaltet werden, und bei den Fragen, welche uns betreffend besprochen und geklärt werden können. Die Frage danach, wie eine inklusive Gesellschaft aussehen soll, muss von Seiten der Unterdrückten beantwortet werden. Denn eine nachhaltige Veränderung hin zu einer inklusiven Gesellschaft kann nur dann passieren, wenn nicht mehr für uns oder über uns gesprochen wird. Wir haben und wir hatten schon immer eine eigene Stimme, welche nur endlich gehört werden muss. Ich war überrascht, als ich denen dann den Text wiedergelesen hatte. Ich habe den jetzt bestimmt schon eineinhalb Jahre nicht mehr gelesen, von meiner eigenen Botschaft.
SPEAKER_1
00:24:50
Wie findest du deine eigene Botschaft eineinhalb Jahren später?
SPEAKER_2
00:24:57
Immer noch sehr stark. Ich glaube, ich habe ein bisschen, ich habe da ja noch davon geschrieben, dass ich mir im Bildungsangebot für Menschen von Institutionen wünsche. Und da stehe ich immer noch dahinter. Mein Fokus von meiner persönlichen Arbeit hat sich aber weggerückt, von bereits bestehenden Institutionen. Ich habe lange versucht, in solchen Institutionen zu arbeiten und gemerkt, dass ich das alleine nicht schaffe, eine Institution zu prägen und bin zurück in die Arbeit gegangen mit Menschen aus meiner Community. Und dahin hat sich mein Fokus mittlerweile entwickelt, eben den Menschen dort, mit den Menschen darüber zu sprechen, über ihre Stimmen und über ihre Wünsche und ihre Bedürfnisse und mit den Menschen daran zu arbeiten, dass diese auch gehört werden. Und diese Entwicklung zu sehen in mir, die ich die letzten Jahre gesehen habe, gemacht habe, finde ich sehr interessant.
SPEAKER_1
00:25:54
Also von dieser theoretischen Ebene, einfach dich zu entscheiden, hey, ich gehe jetzt direkt mit Menschen arbeiten.
SPEAKER_2
00:26:02
Genau. Und mir ist da eine riesige Inspiration auch, also jetzt werden wir super theoretisch, aber mir ist da eine riesige Inspiration, Paolo Freri, der eben ganz viel darüber spricht, über die Arbeit zusammen mit Menschen, die unterdrückt werden und der dann auch eben benennt, das Wichtigste ist, dass wir als unterdrückte Menschen uns der Unterdrückung bewusst werden. Und nur dann, wenn uns diese bewusst ist, können wir uns und gleichzeitig aber auch die Menschen, die uns unterdrücken, davon befreien. Und da gibt es keine richtige und keine falsche Antwort darauf. Und das finde ich einen so schönen Ansatz zu zu leben, zu sagen, hey, der Mensch, der unterdrückt wird, der weiß, wie er quasi da rauskommt und der weiß, wie er das machen kann. Und so wurde nur das Selbstbewusstsein genommen, dem auch nachkommen zu wollen. Und das ist das, wo dann, ich glaube, ich heute mittlerweile arbeite, an den einzelnen Menschen, an dem Selbstbewusstsein, dem Verständnis von ich bin Teil einer Community.
SPEAKER_1
00:27:10
Damit die Befreiung von ihnen kommen kann?
SPEAKER_2
00:27:14
Genau. Ich glaube nämlich, dass was nicht passieren wird, ist, dass eine Person kommt und die dann uns alle quasi hier befreit und sagt, ja, hier ist die Unterdrückung zu Ende, sondern es muss von uns kommen. Und gleichzeitig ist aber ja genau das das Ziel, dass wir nicht mehr daran glauben können, dass wir eben warten, da kommt bestimmt noch jemand. Und indem wir beide hier zusammensitzen und zum Beispiel Community leben in diesem Moment, kommen wir der Tatsache, dass wir das als Community gemeinsam machen müssen, immer viel näher. Und das ist für mich eine riesige Überzeugung geworden in den letzten Jahren, dass wie wichtig jede einzelne Person für sich ist und wie wichtig jede einzelne Person für die Community ist. Und das nur dann, wenn wir uns dem Wert der einzelnen Person und der einzelne Person in dieser Community bewusst werden, machen wir einen Schritt nach vorne.
SPEAKER_1
00:28:13
Das passt sehr gut zu meinem nächsten Thema. In einer Stadt, in der über 45 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund leben, wollen wir das sichtbar machen. Wir wollen, dass nicht nur über uns POCs und schwarze Menschen geredet wird, sondern mit uns und vor allem nicht für uns. Das sind ehemalige Statements von OpenAfroAux, die Black Community, die du 2020 mit gegründet hast. Wie hat sich die Situation fünf Jahre später entwickelt?
SPEAKER_2
00:28:51
Ich hätte das nicht gedacht, weil ich 2020 das erste Mal so richtig Hoffnung gespürt habe. Ich war so begeistert von dem, was wir da geschaffen haben. Und ich glaube, die Community um uns herum auch, dass ich wirklich nur das Beste gehofft habe. Und sitze jetzt fünf Jahre später sehr erschüttert vor dieser Erinnerung und denke mir, wie naiv wir damals waren. Oder wie hoffnungsvoll wir damals waren. Und wie genau in die andere Richtung das vielleicht auch gegangen ist. Ich erlebe mehr verängstigte Menschen. Ich erlebe mehr Angst davor, zu sprechen. Ich erlebe Menschen, die vor den Wahlen wirklich Panikattacken kriegen. Und Dinge, die wir uns damals nicht hätten ausmalen können, immer wahrer werden. Und das erschüttert mich auf jeden Fall, weil wir zeitlang wirklich dachten, hey, wir haben jetzt einen guten Weg. Und dass immer mehr Programme gestrichen werden, die super wichtig sind. Beratungen für Menschen mit Rassismus-Erfahrungen, Queer-Beratungen stellen, dass die alle nicht mehr finanziert werden, dass teilweise für Vereine, die sich für Menschenrechte einsetzen, dass die quasi befragt werden und unter Druck gesetzt werden, das sind Zustände, die ich mir mit meinen damals 23, 24 nicht hätte vorstellen können und die jetzt zur Realität geworden sind. Und ich glaube, wir sind in einer sehr viel härteren und tristeren Zeit angekommen, als es vor vier Jahren noch war. Und das ist im Rückblick krass. Ich kann es nicht anders nennen.
SPEAKER_1
00:30:39
Magst du mehr über diese Zeit mit OpenAfroAux erzählen und über die Entwicklung seitdem?
SPEAKER_2
00:30:47
Voll gerne. Als wir OpenAfroAux damals gegründet haben, habe ich für mich das erste Mal so richtig Zugehörigkeit gefühlt. Ich habe ganz lange mich als große Außenseite der Gesellschaft gefühlt. Und mit OpenAfroAux kam für mich ein Stück Hoffnung und Zugehörigkeit dazu, sich verstanden zu fühlen ohne Worte. Das war etwas, was ich bis dato nicht so gut kannte und was ich auch sehr schätzen gelernt habe. Und das war für mich das Gefühl, mit dem ich OpenAfroAux verbunden habe und auch heute noch verbinde. Und aus diesem Gefühl heraus, dass mir die anderen Mitglieder auch bestätigt haben, haben wir angefangen, eben Aktivismus zu machen. Haben wir angefangen, uns ins Stadtgeschehen einzumischen und haben angefangen, uns Gehör und aber auch gesehen werden, gehört aber auch gesehen werden zu verlangen. Und so gehört und gesehen, wie ich mich damals gefühlt habe, das war was Neues für mich. Und hat mir, glaube ich, auch die Chance gegeben, meine Wut, die ich über Jahre gespürt habe, in etwas Produktives hineinzustecken. Und auf einmal war ich weniger wütend auf die Gesellschaft, weil ich auf einmal mich als aktiven Teil von ihr verstehen konnte. Und weil ich auf einmal diese Wut umwandeln konnte in Gespräche, in Demonstrationen, in Community-Events. Und das war eine wichtige, wichtige für mich Lernerfahrung. Und gleichzeitig haben wir aber auch gedacht, wir können die Welt retten und ändern. Und das ist mir, glaube ich, so ein bisschen auf die Fresse gefallen, weil das ein paar Menschen nicht machen können. Wir waren so fokussiert auf uns und auf unsere Dynamik, dass wir leider so ein bisschen auseinandergegangen sind. Es ist nie offiziell so gewesen, dass wir gesagt haben, wir möchten diese Gruppe nicht mehr weiterführen. Aber tatsächlich ist OpenAfroAux gerade eher stillgelegt. Und ich glaube, das kommt auch ganz viel daher, dass wir was relativ Neues in der Stadt waren und die meisten Leute sehr begeistert von der Idee waren und uns für sich claimen wollten, in Anführungszeichen. Und wir dem einerseits nachkommen wollten, aber auch noch nicht so gut sagen konnten, hey Leute, aber wenn ihr uns haben wollt, dann müsst ihr vielleicht überlegen, was ist das Problem in eurer Gruppe, dass eure Gruppe so weiß ist. Warum müssen wir immer dafür dienen, diese Lücke bei euch zu füllen? Und das ist jetzt etwas, was ich einige Jahre später reflektieren kann, aber damals noch nicht konnte. Und ich glaube, wir sind alle so ein bisschen in so ein Aktivismus-Burnout gerutscht und haben ein paar Jährchen gebraucht, um wieder tätig sein zu können.
SPEAKER_1
00:33:42
Du hast vorhin mehrmals deine Wut erwähnt. Müschtest du mehr über diese Wut sagen?
SPEAKER_2
00:33:49
Sehr gerne. Ich war so sauer, so wütend auf den Staat und die Gesellschaft und die Welt, die irgendwie dabei zusieht, wie sie verkommt und wie wir als Menschen, die darin leben, kein gutes Leben führen können. Und es geht von Augsburg nach Palästina und konnte dem kein Ventil geben, sondern habe die Wut immer in mich weiter, in mich reingefressen und habe das nie verstanden, warum ich so wütend bin. Ich habe aber auch nicht verstanden, dass es halt heißt, dass ich als Mensch mit Diskriminierungserfahrungen, weil ich queer bin, weil ich eben POC bin, weil ich migrantisch bin, weil ich dick bin, dem halt ausgesetzt bin und wenn ich da keine Wut spüren würde, dann hätte ich ja aufgegeben und ich wollte nicht aufgeben. Und dann habe ich halt eben Wut verspürt und die musste ich lernen zu kanalisieren, die musste ich lernen auch zu spüren und zu akzeptieren, hey, ich bin wütend und jetzt wo ich der Wut einen Raum geben kann, wo ich die Wut benennen kann und wo ich etwas gegen diese Wut tun kann, wo ich mich eben einmal mit Menschen umgeben kann, die diese Wut auch spüren und wir wandeln sie um in dem wir uns treffen, in dem wir uns übersprechen, in dem wir gemeinsam kreativ sind, in dem wir uns weiterbilden, in dem wir Aktionen planen, kann ich dem einen Raum geben, der mich nicht mehr auffrisst. Und das heißt, ich habe immer noch eine Wut, aber die frisst mich nicht mehr auf, sondern ich schaffe es diese Wut zu nehmen und umzudrehen in meine Community und was ich mit meiner Community tue und wo wir zusammen hinwollen.
SPEAKER_1
00:35:45
Bella, gibt es intersektionale Räume, in denen du dich gleichzeitig gegen RassisMuss und Queer-Feindlichkeit engagieren kannst? Oder sind es zwei getrennte Themen in deinem Leben?
SPEAKER_2
00:35:58
Das sind leider zwei getrennte Themen in meinem Leben. Ich arbeite gerade mit einem Freund daran, da bald hinzukommen. Ich merke, dass ich gerade wieder sehr viel Lust empfinde, daran zu arbeiten. Bis dato waren es aber für mich zwei sehr getrennte Aktivismen. Ich habe nämlich gemerkt, dass ich in sehr weißen Räumen sehr unwohl fühle. Das kommt durch Erfahrungen, die ich hatte, die sehr schmerzhaft und sehr weiß waren. Wo ich für mich einfach gemerkt habe, das möchte ich nicht. Ich setze mich dem nicht so gerne aus. Und gleichzeitig, wenn ich eben in Aktivismen-Kontexten zum Thema RassisMuss war, sind die halt sehr heteronormativ. Und diese Schnittstelle, die fehlt in Augsburg. Und ich kenne in Augsburg weitere queere Menschen of Color, die genau das Gleiche berichten. Was so schade ist. Und ich glaube nämlich nicht, dass wir was gewinnen, wenn jeder anfängt, sein eigenes Süppchen zu kochen. Wenn ich jetzt eine queere BIPOC-Gruppe gründe, dann fehlt das woanders. Und das ist auch nicht das, was ich möchte. Und meine Hoffnung ist, dass wir das in Augsburg bald ändern. Gar nicht, indem wir eine weitere Gruppe gründen, sondern indem wir vielleicht ja einfach Community-Arbeit machen. In den Gruppen, die es schon gibt. Das ist meine Hoffnung.
SPEAKER_1
00:37:28
Das klingt sehr gut. Müschtest du mehr über das Projekt mit deinem Freund sagen?
SPEAKER_2
00:37:35
Das ist tatsächlich noch nicht ein Projekt. Das sind Ideen und Gedanken. Da gibt es tatsächlich nicht viel zu erzählen.
SPEAKER_1
00:37:42
Okay, dann warten wir. Bella, du bist Pädagogin und arbeitest in einer Wohngruppe. Sind deine Meinung nach Fachkräfte, die mit Kindern arbeiten, ausreichend für Diskriminierungsformen wie Rassismus und Queerfeindlichkeit sensibilisiert?
SPEAKER_2
00:38:03
Ich beantworte die Frage mit Nein, weil wir als Fachkräfte ja einen staatlichen Auftrag haben. Das heißt, die Jugendlichen, die kommen zu uns und wir übernehmen für sie die Fürsorge. Und das machen wir, weil der Staat uns mit dem beauftragt und gleichzeitig drohen diesen jugendlichen Abschiebungen. Und damit kommen jede Fachkraft, auch ich, in einen Konflikt. Ich habe eine staatliche Aufgabe, die Fürsorge für die Jugendlichen zu haben. Und gleichzeitig ist die Aufgabe, die der Staat sich selber auferlegt, die Abschiebung von diesen Jugendlichen. Und damit kommen wir als Fachkräfte, als pädagogische Fachkräfte in einen absoluten Interessenkonflikt, der mich überhaupt nicht fähig macht, zu handeln. Und deswegen kann ich gar nicht gut damit gut ausgebildet sein darin, mit Jugendlichen, mit geflüchteten Jugendlichen und Kindern zusammenzuarbeiten, weil das gleichzeitig dem staatlichen Interesse widerspricht. Der Staat möchte, und das sage ich jetzt mal ganz krass, die Jungs wieder loswerden. Und natürlich bin ich da nicht gut gewappnet, weil wie kann ich gleichzeitig die Fürsorgepflicht wahrnehmen und gleichzeitig die staatlichen Interessen die Jungs abzuschieben. Das ist etwas, wofür ich nicht arbeiten möchte. Und damit kann ich meine Arbeit aus vielen Perspektiven eigentlich immer nur in der Komplizenschaft machen. Komplizenschaft mit dem staatlichen Interesse. Und das ist eine ziemliche Herausforderung.
SPEAKER_1
00:39:26
Wie gehst du mit diesem Konflikt um?
SPEAKER_2
00:39:31
Ich hoffe, meine Arbeitgeberin hört nicht zu. Aber ich widersetze mich dem. Ich versuche mich, so gut es geht, dem zu widersetzen und mich daran zu erinnern, dass die, für die ich diesen Auftrag angenommen habe, nicht der Staat ist, sondern meine Jungs. Und so versuche ich mich dem zu widersetzen und den Interessen, für die ich arbeite, das sind die Jungs und ihre Rechte, ihre Menschenrechte und nicht für den Staat. So gut es geht.
SPEAKER_1
00:40:02
Magst du ein bisschen mehr über deine Arbeit mit deinen Jungs erzählen?
SPEAKER_2
00:40:06
Sehr, sehr gerne. Ich errede sowieso sehr viel von diesen Jungs, weil die sehr, sehr tolle Jungs sind und die Arbeit mit ihnen unfassbar Spaß macht. Und meine Arbeit besteht viel darin eben mit den Jungs hier zu verhandeln, das gesellschaftliche Interesse an Integration und mit den Jungs gleichzeitig halt klar zu machen, hey, wir sind leider in einer staatlichen Realität, in der du dich gerade noch integrieren musst, weil sonst hast du Probleme mit deinem Aufenthalt und gleichzeitig aber trotzdem Inklusionsgedanken mitzudenken. Hey, wie viel von dem können wir trotzdem einbauen? Wie viel von dem, wer du bist und was du mitbringst, können wir trotzdem in unsere vier Wände, in dieser Wohngruppe, in der ich arbeite, einbauen. Und genau, ich schätze die Arbeit sehr. Es ist eine wunderschöne Arbeit. Es ist eine Arbeit, die meinen Community-Gedanken, an den ich mich versuche, immer zu erinnern und dem ich versuche, auch irgendwie mein Leben zu gestalten, auch ausleben kann, wo ich mit den Jungs Momente teilen kann. Und manchmal steile ich aber auch nur mit den Jungs, dass sie bitte, bitte, bitte endlich duschen gehen sollen. Und das ist eine schöne Abwechslung an Arbeit. Und ich bin sehr froh, mit den Jungs zusammenarbeiten zu dürfen. Und ich verteidige diese Jungs vor allem, vor dem ich sie verteidigen kann. Und das auch vor der Gesellschaft teilweise. Wir haben ziemlich heftige Erfahrungen gemacht mit Gewalt an den Jugendlichen, die sie sehr erschüttert, die mich sehr erschüttern. Und gleichzeitig dürfen die Jungs aber auch schöne Momente haben. Und ich bin sehr dankbar darüber, diese Erfahrungen mit meinen Jungs zu machen. Und auch sehr dankbar, dass ich das in meinem Leben erfahren darf.
SPEAKER_1
00:42:03
Möchtest du über den Vorfall von dieser Woche hier erzählen?
SPEAKER_2
00:42:08
Sehr gerne. Es war tatsächlich jetzt schon ein Monat her, einer meiner Jugendlichen war auf dem Weg zurück nach Hause vom Schwimmen. Der hat an dem Tag sein Seepferdchen gemacht. Und saß dann in der Straßenbahn. Wie ich im Nachhinein herausgefunden habe, saß nicht nur er dort, sondern einige von meinen Jungs. Und wurde dann von einem Mann dort mit einem Messer angegriffen. Zuerst wurde er rassistisch beleidigt und dann eben mit dem Messer angegriffen. Und mein Jugendlicher konnte wegrennen. Andere Menschen in dieser Straßenbahn, in der saß, haben dann die Polizei gerufen. Die haben den Mann dann auch verhaftet und bei ihm mehrere Messer gefunden. Und mein Jugendlicher wurde auch zuerst vernommen dort. Konnte dann aber nach Hause, wurde aber von der Polizei nicht nach Hause gebracht, sondern musste hier zu Fuß quasi nach Hause laufen. Und er kam sehr traumatisiert, sehr schockiert, sehr aufgerüttelt nach Hause. Und seitdem versuchen wir, das aufzufangen. Ich habe das Glück, dass mein Arbeitgeber eine sehr, sehr tolle Anwältin zahlt, die eben sich spezialisiert hat auf Trauma und eine Opferanwältin ist. Und da in sehr, sehr guten Händen sehe ich den Jungen. Und dass wir den Jungen in Traumatherapie anbinden konnten. Aber das hat was in diesem Jungen, der schon die krassesten Sachen erlebt hat, von Folter bis hin zu in einem Schlauchboot nach Europa fahren müssen, noch viel weiter erschrocken und traumatisiert. Und auch mein Team und mich. Ich war den ganzen Tag nur noch im Bett und habe geweint, weil mich das so schockiert hat, was dieser Junge da erleben musste. Genau. Und das sind Lebensrealitäten, die ich in dieser Arbeit durchmache als Pädagogin. Und das sind Lebensrealitäten, die dieser Junge durchmacht als schwarzer geflüchteter 18-jähriger Mann. Und ich bin nicht nur Pädagogin, ich bin selber ja auch POC. Das hat mich doppelt getroffen. Und am schwächsten an der ganzen Situation fand ich tatsächlich, dass das ist dann von... Ich habe bei der Polizei angerufen, ich wollte herausfinden, ist dieser Mann in U-Haft oder ist er frei? Und die Polizei hat mir keine Informationen dazu gegeben. Und ich habe dann zwei Tage später in der Zeitung gelesen, dass sie der Information aber sehr wohl der Zeitung gegeben hat. Und da durfte ich dann herausfinden, dass der Mann in U-Haft ist. Und das habe ich dem Jungen gesagt und der Junge schläft jetzt wieder. Aber das hat mich enttäuscht, dass ich das quasi nicht von staatlicher Seite erfahren habe, sondern erst durch die Zeitung. Und die Zeitungen haben das tatsächlich auch nicht als rassistischen Angriff bezeichnet, sondern haben es Kontrahenten genannt. Also, es wären zwei Menschen ebenbürtig in eine Schlägerei gekommen. Und das stimmt nicht. Das ist ein 18-jähriger Junge, der vom Schwimmen kam und sein Seepferdchen an dem Tag gemacht hat, der von einem 46-jährigen Mann erst rassistisch beleidigt und dann mit einem Messer angegriffen worden ist. Und das ist eine Verdrehung von Narrativen. Und wenn mein Junge diesen 46-jährigen Mann angegriffen hätte, dann wären die Zeitungen anders. Dann wären die Schlagzeilen anders. Und so sind wir jetzt in unserem kleinen Mikrokosmos und versuchen, den Jungen aufzufangen und versuchen quasi mit der Anwältin für den Jungen auch, dass er das irgendwann mal verarbeiten kann, bei einem Gerichtstermin oder ähnliches drin zu arbeiten. Aber genau, dass es leider gerade so viel Hoffnung ich auch haben möchte, so realistisch muss ich auch sein und sagen, dass das gerade einfach Realität ist.
SPEAKER_1
00:46:07
Und da kommt die Wut.
SPEAKER_2
00:46:09
Da kommt die Wut.
SPEAKER_1
00:46:10
Wieder hoch.
SPEAKER_2
00:46:12
Ja, sehr viel Wut und auch Angst. Aber die Wut, die verkleidet sich dann, die Angst verkleidet sich dann doch auf das Wut.
SPEAKER_1
00:46:22
Danke für das Erzählen. Bella, du lebst in einer Beziehung, die als heterosexuell gelesen wird. Wie ist es für dich als queere Frau mit einem CIS-Mann in einer patriarchalen Gesellschaft zu sein?
SPEAKER_2
00:46:38
Ein riesiger Balanceakt und eine große Herausforderung. Ich kann zum Glück sehr gut mit ihm darüber sprechen und ihm auch sehr gut sagen, dass es für jede flinter Person ein riesiger Akt ist, mit einem CIS-Hat-Mann zusammen zu sein. Und dass ich immer mehr Arbeit in diese Beziehung stecken werden muss, als er es tut. Und ich bin sehr glücklich damit, dass er das auch weiß. Aber wir sind eben in einer partizipalen Gesellschaft und auch das, was weiß, ändert es nicht. Und das ist eine riesige Herausforderung und gleichzeitig bin ich ja mit diesem Mann nicht zusammen, weil ich muss, sondern ich möchte das. Und ja, das ist ein Balanceakt, einen Menschen zu lieben, aber zu wissen, einfach strukturell diskriminiert mich diese Person. Und das macht eine Liebesbeziehung sehr viel herausfordernder. Und gleichzeitig merke ich auch, dass Biphobie ist real.
SPEAKER_1
00:47:45
Ja.
SPEAKER_2
00:47:46
Und mit einem CIS-Mann verpartnet zu sein, hat dahingehend viele Konsequenzen für mich. Das ist eine Biarranger. Ich fühle mich in Räumen nicht mehr so gesehen, wie ich es früher tat. Ich fühle mich nicht mehr so willkommen, wie ich es vorher tat. Und das finde ich sehr schade. Die Tatsache, dass ich mit einem CIS-Mann zusammen bin, macht mich ja nicht weniger Queer. Und ja, das gibt mir viel zu denken, weil ich es nicht, eigentlich nicht akzeptabel finde. Ich verstehe jede Person, die sagt, ich möchte mit einem CIS-Het-Mann so wenig wie möglich zu tun haben. Aber ich finde es schade für mich und die Communities, in denen ich mich nicht mehr so wohl fühle. Und das ist keine Generalisierung, das möchte ich nochmal betonen. Aber das ist etwas, worüber ich schon ein bisschen traue.
SPEAKER_1
00:48:51
Ich finde es tatsächlich bei vor mir.
SPEAKER_2
00:48:53
Ja, also es ist es auf jeden Fall. Ich glaube, es ist so schwer zu fassen, weil es halt ein Phänomen ist, was viele Menschen, die bi sind, halt einfach schlucken. Die sagen halt einfach, okay, es ist nicht so schlimm, es ist ja okay. Und dann fühle ich mich ein bisschen unwohler. Ich habe ja andere Spaces. Und ich glaube, deswegen wird da nicht viel drüber gesprochen, weil das nicht thematisiert wird. Und ich glaube, es wird viel nicht thematisiert, aus dem Gefühl heraus, sich nicht valide genug zu sein. Weil man eben aus queeren Spaces ausgeschlossen wird und dann dort nicht mehr als queer wahrgenommen wird, fängt man selber an, diesen Schritt, diesen Gedanken zu haben. Und ich glaube, aus diesem Gedanken von meine Sorgen sind nicht valide genug, ist es auch etwas, was weniger Raum hat, etwas, was weniger Raum einnimmt und etwas, worüber wir weniger sprechen. Und mir ist es auch super unangenehm, über das Thema zu sprechen, weil ich mir eben denke, there are so many troubles und das ist es nicht wichtig genug. Und ich weiß, dass das Blödsinn ist, aber genau aus diesem Ablauf heraus fällt es so schwer, darüber zu sprechen.
SPEAKER_1
00:50:05
Du hast vorhin über Biphobia geredet. Wie können wir in unserer Communitys bessere Allies für bisexuelle Menschen sein?
SPEAKER_2
00:50:18
Oh wow. Mir fällt die Frage genau aus dem Grund, was wir vorhin besprochen haben, so schwer, weil ich mir denke, ich habe so viel, was mich quasi davor schützt, diskriminiert zu werden. Ich habe so viel, was mich davor schützt. Es ist halt eine Beziehung mit einem Mann, das ist nicht so viel. Eben. Und dann darüber nachzudenken, wie du zum Beispiel in besserer Ella sein könntest, fühlt sich da so paradox an, weil ich mir denke, das ist ja nicht wichtig genug. Also wir sind genau wieder an dem Punkt, an dem wir gerade angefangen haben.
SPEAKER_1
00:50:55
Hast du durch diese Beziehung das Gefühl, dass du nicht queer genug bist?
SPEAKER_2
00:51:00
Auf jeden Fall. Also in mir drinnen weiß ich, dass das Blödsinn ist. Aber ich merke, dass ich in die Welt hineingehe und mich weniger valide fühle. Und das ist auf jeden Fall ein Riesenpunkt für mich in den letzten Monaten. Und ich glaube, ich würde mir wünschen mehr Platz für solche Themen. Deswegen wollte ich dann diesen Podcast unbedingt machen, weil ich mir dachte, wenn alle Menschen dann am Ende dann doch die bi sind und die denken, ich befürchte mich nicht, weil die genug vor dir weg reden, dann spricht wieder niemand über. Und ich glaube, mir Platz für solche Themen, das passt das eigentlich sehr gut zusammen.
SPEAKER_1
00:51:46
Ja, und ich finde, dass wir Queere Menschen daran arbeiten sollten, bessere Erleis für sexuelle Menschen zu sein, damit wir es vermeiden, solche Gefühle zu vermitteln.
SPEAKER_2
00:52:00
Und ich glaube, gleichzeitig darf ich aber auch mir einfach weniger Sorgen machen. Ich glaube, dass niemand aktiv mit dem Finger auf mich zeigt und sagt, die ist aber nicht queer genug. Ich glaube, das ist schon auch viel internalisiert, dass da mitläuft und viele internalisierte Bifobi, wo ich eben selber für mich anfange, das in Frage zu stellen, selber für mich, oh Gott, bin ich valide genug? Und da darf ich, glaube ich, auch einfach meiner Community mehr vertrauen.
SPEAKER_1
00:52:29
Bella, wie ist es für dich, als Queere Person in Augsburg zu leben?
SPEAKER_2
00:52:36
Gleichzeitig ist es besser und gleichzeitig ist es schlechter. Ich finde, was in den letzten Jahren an Aktivismus in Augsburg aus dem Boden geschossen ist, unfassbar toll. Es ist so viele neue Gruppen, so viele Menschen. Ich glaube, jetzt am 8. März war noch nie, ich habe noch nie so viele Menschen und so viele neue Menschen gesehen, wie ich es in den letzten Jahren getan habe. Und das finde ich wunderschön und sehr inspirierend. Und gleichzeitig sehr beängstigend und erschreckend. Weil, wie immer mehr an Diskriminierung wird institutionalisiert. Es gibt immer mehr Berichte darüber, was in Augsburg passiert. Und das macht einem Sorgen. Augsburg ist einfach sehr rechts, sehr konservativ in seiner politischen Auslegung. Wir leben immer noch in Bayern. Und das macht das Leben in Augsburg herausfordernd. Und ich bin sehr gespannt, wo Augsburg in den nächsten Jahren hingehen wird, für mich als queere Person, für mich als queere Person of Color. Weil gleichzeitig wir so viel neuen Aktivismus erleben und gleichzeitig alles so viel rechter wird. Und das wird Arbeit. Und ich glaube, so fühle ich mich gerade auch, dass Augsburg gerade ein gutes Stück Arbeit ist.
SPEAKER_1
00:53:50
Gibt es etwas in Augsburg oder in Deutschland, das du dir für queere Menschen wünschen würdest?
SPEAKER_2
00:53:58
More safe spaces. Und dass auch die Öffentlichkeit safer wird. Ich weiß nicht, von wie vielen queeren Events ich kam, wo ich mich am Ende nochmal umgezogen habe, um danach mit meinem Fahrrad nach Hause zu fahren. Weil ich wusste, damit kann ich mich hier nicht sicher fühlen. Und ich glaube, more safe spaces, mehr Sicherheit. Das wünsche ich mir in Augsburg und in Deutschland für queere Menschen.
SPEAKER_1
00:54:29
Und POCs.
SPEAKER_2
00:54:30
Und POCs.
SPEAKER_1
00:54:33
Bella, gibt es etwas anderes, das du gerne in diesem Podcast teilen möchtest?
SPEAKER_2
00:54:39
Ich glaube, du hast so wunderschöne Fragen gestellt. Ich habe auch Dinge geteilt, die ich gar nicht wusste, dass ich die teilen wollte. Und danke für die tollen Fragen.
SPEAKER_1
00:54:48
Sehr gerne. Zum Schluss hast du vielleicht Lust auf einen Quickie mit mir? Es geht nicht um Sex, sondern um eine Fragenreihe, die du kurz und knackig beantworten darfst.
SPEAKER_2
00:55:03
Let's go.
SPEAKER_1
00:55:05
Die Qualität, die du bei einer Person am meisten schätzt?
SPEAKER_2
00:55:09
Empathie.
SPEAKER_1
00:55:11
Deine größte Qualität?
SPEAKER_2
00:55:13
Empathie.
SPEAKER_1
00:55:16
Was macht dich glücklich?
SPEAKER_2
00:55:19
Hoffnung.
SPEAKER_1
00:55:20
Was hat dich letztens stolz gemacht?
SPEAKER_2
00:55:24
Dass ich die Hoffnung nicht aufgegeben habe.
SPEAKER_1
00:55:27
Ein Lied, das du gerade gerne hörst?
SPEAKER_2
00:55:31
Ich liebe Chaka Khan und Ain't Nobody. Bitte anhören.
SPEAKER_1
00:55:37
Eine Person, die du attraktiv findest?
SPEAKER_2
00:55:41
Ich glaube, ich bleibe bei She Go von Impossible, die ich vorhin erwähnt habe.
SPEAKER_1
00:55:46
Ein Content, den du empfehlen würdest?
SPEAKER_2
00:55:49
Ich habe gerade Avatar, The Last Airbender, der Herr der Elemente heißt das auf Deutsch, glaube ich, wieder für mich entdeckt. Unbedingt anschauen. Es geht von Freundschaft zu Community zu Kolonialismus und Faschismus. Alles und es ist dabei eine wunderschöne, witzige Serie.
SPEAKER_1
00:56:08
Dein Lieblingsgericht?
SPEAKER_2
00:56:10
Reißsalat und Aubergine.
SPEAKER_1
00:56:13
Ein großer Wunsch von dir?
SPEAKER_2
00:56:16
Ein Raum, in dem ich Aktivismus machen kann mit anderen queeren People of Color, in dem wir uns sehr fühlen.
SPEAKER_1
00:56:24
Deine Stimmung jetzt gerade?
SPEAKER_2
00:56:27
Glücklich.
SPEAKER_1
00:56:29
Bella, vielen Dank, dass du dir heute Zeit genommen hast und dazu beiträgst, die Stimme queerer Menschen lauter zu machen.
SPEAKER_2
00:56:38
Danke dir, danke für den Raum. Ich finde es wirklich beeindruckend, wie du hier so eine schöne Stimmung herstellst. Danke dir.
SPEAKER_1
00:56:49
Danke für deine Worte.

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